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Die drei Doshas regeln alle psychologischen und physiologischen Abläufe im Körper. Das Zusammenspiel dieser drei bestimmt die individuelle Verfassung: sind die drei Doshas im Gleichgewicht sind wir gesund; ein Ungleichgewicht. z.B. durch Stress, falsche Ernährungs- und Lebensweise oder Umweltreize hervorgerufen, kann der Grund für eine Krankheit sein.
Jeder Mensch hat alle drei Doshas in sich, aber jeweils in individueller Kombination. Diese individuellen Kombination bestimmt die Konstitution eines Menschen, meist sind ein oder zwei Doshas stark vertreten. Ursprünglich sind wir alle mit einer ausgeglichenen psycho-physiologischen Konstitution geboren, die “Prakriti” genannt wird. Die Prakriti bleibt während unseres gesamten Lebens unverändert. Prakriti bedeutet wörtlich übersetzt Natur. Sie bezeichnet in diesem Zusammenhang das kreative Streben nach der eigenen Ausgewogenheit.
Viele Menschen jedoch haben unausgewogene Doshas, als Folge von ungünstiger Lebensweise, Stress in Beruf oder Beziehungen, falsche Ernährung, Medikamenteneinnahme, zuviel, zuwenig oder falsche Bewegung u.v.m.
Dadurch gerät die Balance der eigenen, natürlichen Konstitution ins Ungleichgewicht, und als Folge wird man krank oder fühlt sich unwohl. Hier muss man wissen, dass Gesundheit im Ayurveda völlig anders definiert wird, als in der modernen Medizin.
Den Begriff für Gesundheit (svastha) beschreiben die ayurvedischen Ärzte als einen umfassenden Zustand, welcher Vitalität bis ins hohe Lebensalter, spirituelle Selbstverwirklichung und die innere
Harmonie der körperlichen Natur beinhaltet.
In den klassischen Schriften wird svastha folgender Massen definiert:
“Wahrhaft gesund ist der;
- dessen Doshas im Gleichgewicht sind,
- der über einen ausgewogenen Stoffwechsel/Verdauung (Agni) verfügt,
- bei dem die Gewebe richtig aufgebaut sind,
und die Abfallstoffe richtig ausgeschieden werden,
- dessen fünf Sinne richtig arbeiten,
- der in innerem Glück und Selbsterfüllung lebt.”
Mit anderen Worten: Krankheit beginnt erst dann, wenn das Energieniveau eines Mensch auf 30%! abgesunken ist!
Für Heilung und Gesunderhaltung geht der Ayurveda der individuellen Natur auf den Grund.
Für die Behandlung werden zahlreiche Aspekte und Mittel einbezogen: die Lebensweise und Ernährung, Reinigungsrituale (panchakarma), Kräutertherapie (rasayana), Yoga und Meditation.
Hier muss der medizinische und der gesundheitserhaltende Ayurveda unterschieden werden:
Bekannt ist die ayurvedische Medizin vor allem durch ihre großen Heilerfolge bei akuten und chronischen Krankheiten, durch ihre effektiven Ölbehandlungen und intensiven Reinigungstechniken (Panchakarma).
Der medizinische Ayurveda lehrt das Heilen von Krankheiten, während die ayurvedische Gesundheitslehre (svastha vritta) das Ziel hat die Gesundheit des Gesunden zu erhalten und ihm Lebensfreude und Vitalkraft bis ins hohe Alter zu schenken.
Dies könnte man als fundierten Wellness - welcher heute auch als „Medical Wellness“ bezeichnet wird – verstehen.
Der gesundheitserhaltende (Wellness-) Ayurveda gewinnt im Westen immer mehr an Popularität, da er einen Bereich abdeckt, der in der Schulmedizin völlig fehlt: er informiert und unterstützt Menschen in der Gesundheitserhaltung, durch ausgewogene Ernährungs- und Lebensweise, gleicht durch Ayurveda-Behandlungen die Doshas aus, und hilft durch Bewusstwerdung die Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu übernehmen.
Krankheiten behandle ich in Kooperation mit der Fach-Ärztin für Allgemeinmedizin, naturheilverfahren und Ayurveda, Frau Dr. Marlene Litsch!
Zur Gesunderhaltung und zur Therapie biete ich Ayurveda-Beratung und verschiedene Behandlungen an. Am besten ist es mit einer Beratung zu beginnen in der die Konstitution bestimmt wird, so können die optimalen Behandlungen, aber auch Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung und Lebensführung besprochen werden.
Die Ernährung wird im Ayurveda individuell auf die Konstitution, den Zustand der Doshas und v.a. auf das Agni, (Verdauungsfeuer) abgestimmt. Es gilt der Grundsatz; es soll mehr Energie gewonnen werden als für die Verdauung investiert wird. Im Ayurveda wird über die 6 Geschmacksrichtungen, die alle eine bestimmte Wirkung auf die Doshas haben, therapiert. Alle Lebensmittel und Gewürze (und auch Heilpflanzen) werden den Geschmacksrichtungen zugeordnet, so weiß man welche ein Dosha erhöhen oder besänftigen. Es ist das Ziel der Ernährungsberatung die eigene Konstitution und den Zustand des Agni zu erkennen und zu erfahren mit welchen Lebensmittel, Kocharten und Gewürzen Ausgleich geschaffen wird, um vitaler, gesünder und zufriedener zu leben.
Auch die Behandlungen richten sich nach der Konstitution und dem Zustand der Doshas, d.h. nicht immer ist die Störung und die Konstitution die gleiche (z.B. auch ein Mensch mit deutlicher Pitta- Konstitution kann ein erhöhtes Vata-Dosha haben).
Das Vata-Dosha ist in unserer schnelllebigen Zeit bei sehr vielen Menschen aus dem Gleichgewicht, weil sie einfach zu viel Unruhe haben.
Die Ölmassagen sind intensiv Vata-beruhigend; warmes Öl hat die entgegengesetzten Eigenschaften von Vata, die sanfte Berührung und Ausstreichung beruhigt das strapazierte Nervensystem (Nerven= Vata), der Mensch fühlt sich wieder geborgen und lässt sich fallen.
Abhyanga (Ölmassage) heißt wörtlich übersetzt “Drumherum streichen”. Das worum gestrichen wird sind die Marma-Punkte, an denen sich die Massage orientiert. Marmas sind Vitalpunkte, durch die ein Mensch tief berührt werden kann, sie sind Tore zu Körper, Geist und Seele. Oftmals sind Marmas blockiert durch falsche Haltung, Stress u. ä. Indem sie sanft gelöst werden, kann der Mensch lernen wieder loszulassen, um tief zu entspannen, und seine Lebensenergie kommt wieder in Fluss.
Je nach Festigkeit, Tempo, Rhythmik, Dynamik und verwendeten Ölen, kann eine Abhyanga Vata oder Pitta oder sogar Kapha ausgleichend wirken. Für Vata-Konstitutionen wird sanft und mit viel warmem, (Nerven)stärkendem (und verjüngendem) Öl massiert. Für Kapha -Konstitutionen wird häufig zusätzlich mit Pudern massiert, was erhitzend und Stoffwechsel-anregend und Gewebsreduzierend wirkt. Diese Behandlung heisst Udvartana. Für ausgeprägte Pitta-Konstitutionen wird kühlendes Öl verwendet und fest, rhythmisch und klar massiert. Für erhöhtes Pitta und während des Sommers eignen sich besonders Fußmassagen und Takradhara, sie erden und holen die Hitze aus dem Kopf.
Die Abhyanga wird klassisch in den Panchakarma-Kuren (Reinigungs-Kuren zum Ausgleich der Doshas) angewendet, hier werden spezielle medizinierte Öle (abgestimmt auf Dosha und ev. Krankheit) in den Körper einmassiert, anschließend wird geschwitzt um so zu reinigen.
Garshan ist eine Trocken-Massage, sie ist Stoffwechselanregend und daher besonders für Kapha- Konstitutionen und bei Übergewicht, geeignet. Öl macht schwer, deshalb wird bei erhöhtem Kapha trocken massiert. Diese Massage wird auch eingesetzt gegen Frühjahrsmüdigkeit (im Frühjahr ist das Kapha-Dosha stärker).
Kati basti: ein Teigring wird auf die Haut aufgebracht (Rücken o. Brust) und warmes mediziniertes Öl eingefüllt, und für 30 –45 min dort belassen, das ÖL muss dabei warm bleiben. Wirkt vorbeugend und lindernd z.B. bei Ischiasschmerzen, Herz- und Atembeschwerden. Sehr effektiv
Shirodhara, der Stirnguss mit warmem Öl wirkt tief entspannend und beruhigend für das gesamte Nervensystem. Er beruhigt Vata im Kopf, hilft geistig abzuschalten und loszulassen und führt in einen Raum von Weite und Stille.
Er wird eingesetzt bei: Spannungskopfschmerz, geistiger Unruhe, nicht Abschalten können, Schlafstörungen, geistiger Erschöpfung, generell bei Vata-Beschwerden.
Der Takradhara kühlt den Kopf, wird daher meist bei Pitta-Konstitutionen eingesetzt, und somit bei Pitta-bedingten Beschwerden, wie Stress, nicht Abschalten können, Schlafstörungen, Kopfschmerzen. Dies wird vorher in einer Konstitutionsbestimmung geklärt.
Ich wünsche Ihnen Freude, Bewusstheit und viele Wohlfühl-Momente mit Ayurveda!
Beatrice Heim
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